Im Rahmen des Projekts setzen sich Schüler*innen mit persönlich bedeutsamen Orten in ihrer Schule auseinander. Durch einen ästhetisch-forschenden Zugang erkunden sie das Schulgebäude, reflektieren ihre Erfahrungen und entwickeln Piktogramme, die ihre individuellen Ortsbezüge sichtbar machen. Die Piktogramme werden anschließend an den jeweiligen Orten in der Schule angebracht und machen persönliche Perspektiven auf den Schulraum für die Schulöffentlichkeit sichtbar. Ausgehend von relationalen Raumkonzepten untersucht das Projekt, inwiefern ästhetische-gestalterische Auseinandersetzung Aneignungsprozess sichtbar und kommunizierbar machen kann. Gleichzeitig werden die Schüler*innen angeregt, ihre eigene Rolle im Schulraum wahrzunehmen und zu reflektieren. Um mögliche Veränderungen in der Wahrnehmung schulischer Orte sichtbar zu machen, werden Vorher-Nachher-Fragebögen sowie die gestalteten Piktogramme in die Auswertung einbezogen.
Subjektive Bedeutung schulischer Orte sichtbar machen.
Ein Projekt von M.B.
Bildrechte: Bildnachweis: M.B., 2026
Forschungsfrage
Inwiefern trägt der Gestaltungsprozess von Piktogrammen persönlicher Orte dazu bei, dass Schüler*innen schulische Orte als subjektiv bedeutsame und mitgestaltbare Räume wahrnehmen und reflektieren?
Beschreibung
Learning
Durch die Forschung konnte ich meinen Blick auf Schule und schulische Räume erweitern. Besonders wertvoll war der Austausch mit den Schüler*innen, der Einblicke in individuelle Perspektiven auf den Schulraum ermöglicht hat. Dabei wurde sichtbar, wie unterschiedlich Orte wahrgenommen und mit persönlichen Bedeutungen versehen werden. Deutlich wurde, dass ästhetisch-forschende Zugänge dazu beitragen können, subjektive Perspektiven sichtbar zu machen und Schüler*innen als aktive Mitgestalter*innen wirken zu lassen. Weiter zeigt sich, dass künstlerische Prozesse im gesamten Schulraum sinnvoll sein können. Für meine zukünftige Praxis nehme ich mit, dass künstlerische Auseinandersetzung mit dem Schulraum und besonders mit Orten, an denen informelles Lernen stattfindet, gewinnbringend ist.
Ausblick
Durch die Gestaltung und das Aufhängen der Piktogramme wurden subjektive Perspektiven auf schulische Orte kommuniziert. Sichtbar wurden dabei besonders auch individuelle Bedürfnisse der Schüler*innen. An die durchgeführte Forschung könnten Projekte anschließen, in denen die sichtbar gemachten Bedürfnisse und Raumqualitäten weitergedacht werden. So könnten in weiterführenden Projekten Bedürfnisse der Schüler*innen aktiv thematisiert und verstärkt in die Gestaltung des Schulraums eingebracht werden.
Auswertung
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ästhetisch-forschende Auseinandersetzung mit schulischen Orten die Wahrnehmung der Schüler*innen für ihren Schulraum verändern kann. Durch die aktive Erkundung des Schulraum und die visuelle Übersetzung der eigenen Erfahrungen in ein Piktogramm reflektieren die Schüler*innen ihre eigenen Bedürfnisse, Handlungen und sozialen Interaktionen an verschiedenen Orten. Besonders im Vergleich der Vorher-Nachher-Fragebögen zeigt sich, dass Ortsbezüge konkreter und kohärenter formuliert werden. Dies deutet darauf hin, dass sich Schüler*innen schulische Orte aktiv aneignen und mit subjektiven Bedeutungen versehen. Die Piktogramme machen diese individuellen Perspektiven sichtbar, indem sie persönliche Bedeutungen von Orten kommunizieren. Zugleich ermöglicht das Platzieren der Piktogramme im Schulgebäude eine Form der Mitgestaltung.
Kategorie
Forschungsansätze
Zielgruppe
Schlagworte
Quellen und Referenzen
Deinet, Ulrich: Vom Aneignungskonzept zur Activity Theory. Transfer des tätigkeitsorientierten Aneignungskonzept der kulturhistorischen Schule auf heutige Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Bonn: socialnet 2014. Online verfügbar unter: https://www.socialnet.de/files/materialien/attach/249.pdf. (Letzter Zugriff am 25.02.2026).
Kämpf-Jansen, Helga: Ästhetische Forschung. Wege durch Alltag, Kunst und Wissenschaft. Zu einem innovativen Konzept ästhetischer Bildung. 4. Auflage. Baden-Baden: Tectum 2021.
Löw, Martina: Raumsoziologie. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2001.
Winderlich, Kirsten: Eigene Orte – Zum Schulraum im Kontext ästhetischer Bildung und ganz-tägigen Lernens. In: Kunstpädagogik im Kontext von Ganztagsbildung und Sozialraum-orientierung. Zu einer strukturellen Partizipation in der kunstpädagogischen Praxis. Hrsg. von Ulrike Stutz. München: kopead 2012. S. 14–26.
Schuster, Meike (2014): Raumaneignung und urbanes Lernen: Stadt als offener Spiel- und Lernraum. In: Kulturelle Bildung Online. Online verfügbar unter: https://www.kubi-online.de/artikel/raumaneignung-urbanes-lernen-stadt-offener-spiel-lernraum (Letzter Zu-griff am 24.02.2026).
Creative-Commons-Lizenz
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