(Nicht-)Existenz in der Schule, als PoC Lehrkraft

Ein Projekt von yılan
Das Bild zeigt einen Textauszug aus dem Essayband zum Forschungsprojekt: Meine Nicht-Existenz ist die Existenz in den (un-)erwünschten Räumen der Schule und meiner selbst. Ein (Alb-)Traum der Wirklichkeit? Vogelesen würden Sie folgendes hören: I Beginn   Ich will singen wie die Vögel singen,  ohne mich zu sorgen,  wer zuhört oder was sie denken.  - Rumi   An einem lauen Sommerabend lagen meine Geschwister und ich eng beisammen auf der Terrasse unserer Großeltern auf dem Sedir in Zentralanatolien. Über uns breiteten sich die Sterne aus, deren Glanz ich nur dort, in der kleinen Stadt meiner Großeltern, so klar wahrnehmen konnte. Das Zirpen der Grillen umhüllte uns und wir versanken in eine Art Trance, die nur in diesem Moment existierte, ohne einen Gedanken an die kommenden Tag zu vergeuden. In dieser flüchtigen Erscheinung fühle ich mich, ohne dabei das Gefühl zu haben es je definieren zu müssen. Ich durfte sein - in dem Moment sein. Und das ist gut so.
Bildrechte: Bildnachweis: yılan, 2024; Beschreibung: Textauszug aus dem autoethnografischen Forschungsprojekt

Forschungsfrage

Meine Nichtexistenz ist die Existenz in den (un-)erwünschten Räumen der Schule und mir Selbst.Ein (Alb-)Traum der Wirklichkeit?

Beschreibung

Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, inwieweit angehende BIPoC-Lehrkräfte im Raum Schule (un)erwünscht sind, aber auch die eigene Geschichte als Kind von GastarbeiterInnen wird näher beleuchtet, um eben die ((k)eine) Zugehörigkeit näher betrachten zu können.

Learning

Letztendlich kann ich hier das Potential der Forschung im Kunstunterricht loben. Es ist der einzige, wenn nicht sogar der einzige Ort, an dem ich ehrlich forschen und dementsprechend antworten konnte, ohne mich zurückhalten zu müssen. Auch der Einblick in den Kunstunterricht verschiedener Lehrer hat mir eine andere Perspektive auf Kunst und Unterricht ermöglicht.

Ausblick

Meine Auseinandersetzung in den letzten sechs Monaten war von Höhen und Tiefen geprägt. Würde ich etwas anders machen? Nein, denn alles was bisher war und ist, entspricht der Realität des Schulalltags und der angehenden Lehrkräfte. Vielleicht werde ich meine Aufsatzsammlung an angehende BIPoC-Lehrer verschenken. Ich hatte sehr intensive Gespräche mit BIPoC Lehrkräften, die sich in meinen Texten wiederfinden konnten. Perspektivisch denke ich, dass ich gerne mehr Bücher über BIPoC Lehrkräfte in der Schule lesen wollen würde. Sehr ambitioniert könnte man sagen, eines zu schreiben. Aber dazu müsste ich wieder in die Schule gehen.

Auswertung

Als ein mögliches Fazit vieler ist mir bewusst geworden, dass gerade die Distanzierungspotentiale von der Herkunftsfamilie, aber auch von der angestrebten akademischen Laufbahn immer auch Potentiale der Nicht-Zugehörigkeit eröffnen.

Kategorie

Forschungsansätze

Zielgruppe

Schlagworte

Quellen und Referenzen 

El-Mafaalani: Mythos Bildung. Die ungerechte Gesellschaft, ihre Bildungssysteme und seine Zukunft. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2022.
Fereidooni, Karim: Schule - Migration - Diskriminierung. Ursachen der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011.
Terkessidis, Mark: Kollaboration. Berlin: Suhrkamp, 2015.
Wimmer, Micheal, „Lehren und Bildung. Anmerkungen zu einem problematischen Verhältnis“, in: Pazzini, Karl-Josef/Schuller, Marianne/Wimmer, Michael (Hgg.), Lehren bildet?. Vom Rätsel unserer Lehranstalten, Bielefeld 2010 (= Theorie Bilden, Bd. 18).

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