In dem Forschungsprojekt wurden die subjektiven Vorstellungen von Schüler*innen der Einführungsphase (EF) zur Definition des Kunstbegriffs untersucht. Die Schüler*innen wurden durch den Einsatz von Mindmaps über ihre Vorstellungen zu der Frage „Was ist Kunst?“ befragt. Die gesammelten Antworten wurden durch ein Kategoriensystem codiert und analysiert, um mögliche Facetten eines Kunstbegriffs einzuordnen. Den theoretischen Rahmen bilden kunstpädagogische Positionen zur Pluralität, Relationalität und eine lebensweltliche Orientierung sowie auch kunsttheoretische Konzepte der Postmoderne.
Was macht Kunst zu Kunst?
Ein Projekt von S. P.
Bildrechte: Concept Maps zu den Kunstbegriffen – S.P., 2026
Forschungsfrage
Welche Facetten eines Kunstbegriffs lassen sich in den Vorstellungen von Schüler*innen einer EF-Klasse identifizieren?
Beschreibung
Learning
Die Lehrtätigkeit an sich verstehe ich durch das Forschungsprojekt sehr als eine Forschungstätigkeit. Ich sehe methodisch fundierte Forschung als ein Werkzeug für Unterrichtsplanung und Diagnostik. Die direkte Erfragung des Kunstbegriffs ist für mich ein didaktisches Werkzeug geworden, das ich wieder beruflich nutzen würde. Letztendlich hat mir die Forschungserfahrung eine Art Selbstbewusstsein aufgebaut, das später persönlich und beruflich hilfreich sein wird.
Ausblick
Es ist mir aufgefallen, wie empfindlich ein Forschungsvorhaben ist, insbesondere bzgl. Suggestibilität, z. B. in der Verbindung zu der Diskussion „Was ist keine Kunst?“ vor der Erhebung. Offen bleibt also die Frage, wie stark unterrichtliche Impulse die Ergebnisse beeinflussen. Eine Langzeitstudie zur bewussten Entwicklung des Kunstbegriffs über die gesamte Oberstufe wäre ein gewinnbringendes Anschlussprojekt.
Auswertung
Die Ergebnisse zeigen einen hochgradig entgrenzten und pluralen Kunstbegriff. Dieser ist primär durch individuelle Expressivität und eine relationale Dimension im Sinne von Kunst als Ventil der inneren Welt geprägt. Zudem wird Kunst unmittelbar in dem direkten Lebensraum und den emotionalen Lebenswelten der Schüler*innen erkannt. Einen allgemeinen Trend in der Entgrenzung des Kunstbegriffs spiegeln aktuelle offene Kunstbegriffe in der Kunstpädagogik und Kunsttheorie sowie auch ein plurales Verständnis des Faches Kunst. Das Forschungsprojekt leistet damit einen Beitrag zur fachdidaktischen Diagnostik und unterstreicht das Potenzial von Mindmaps zur Sichtbarmachung komplexer Schüler*innenvorstellungen im Kunstunterricht.
Kategorie
Forschungsansätze
Zielgruppe
Schlagworte
Quellen und Referenzen
Peez, G. (2012). Einführung in die Kunstpädagogik (4., überarb. und aktual. Aufl). Kohlhammer Verlag.
Krautz, J. (2018). Bildverstehen: Grundlinie einer Relationalen Didaktik der Bildbetrachtung im Kunstunterricht. Imago. Zeitschrift für Kunstpäadgogik, 6, 35–53.
Kirchner, C., & Kirschenmann, J. (2024). Kunst unterrichten: Didaktische Grundlagen und schülerorientierte Vermittlung (4. Auflage). Klett | Kallmeyer.
Novak, J. (2008). The Theory Underlying Concept Maps and How to Construct and Use Them. Institute for Human and Machine Cognition, Cornell University. https://cmap.ihmc.us/docs/pdf/TheoryUnderlyingConceptMaps.pdf
Creative-Commons-Lizenz
CC-0 1.0