IDENTITY CRISIS – Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Lehre

Ein Projekt von L
Auf dem Bild sieht man mehrere Schüler*innen von hinten vor einer Graffitiwand.
Bildrechte: L., 2025: Schüler*innen bei einer Exkursion im Stadtraum Düsseldorf vor einem Graffiti

Forschungsfrage

In welchem Maße hat das Praxissemester meine kunstpädagogischen Überzeugungen und Haltungen zur Bewertungskultur im Kunstunterricht beeinflusst?

Beschreibung

Das Studienprojekt widmet sich dem Spannungsverhältnis zwischen Kunst und Lehre, in dem es durch eine autoethnografische Forschung beobachtet, wie sich die eigenen Haltungen und Einstellungen zu Bewertungssituationen im Kunstunterricht während des Praxissemesters verändern.

Learning

Meine autoethnografische Auseinandersetzung mit dem Praxissemester hat mir eindrücklich gezeigt, wie herausfordernd es ist, eine reflektierte Position zwischen künstlerischer Praxis und schulischer Lehre ist. Die Forschung machte mir deutlich, dass Bewertung im Kunstunterricht nicht nur das künstlerische Lernen der Schüler*innen maßgeblich beeinflusst und einschränkt, sondern auch die Identität einer kunstschaffenden Lehrkraft. Die Umsetzung eines künstlerisch-ästhetischen Unterrichts bleibt im Schulalltag ein Balanceakt, der sich zwischen strukturellen Zwängen, Erwartungen an die Lehrkraft und den eigenen Idealen bewegt.

Ausblick

In Zukunft würde ich gerne meine Feldnotizen im Austausch mit weiteren Kunstpädagog*innen anfertigen und auswerten, sodass wir gemeinsam unsere Handlungsspielräume erweitern und kreative Unterrichtsansätze entwickeln können. Für mich persönlich ergibt sich aus der Forschung die Frage: Wie möchte ich als Künstlerin in das System Schule passen? Ich denke, dass ich mit der Beantwortung dieser Frage mit meinem Studienprojekt erst am Anfang bin. Ich habe erkannt, dass ich anpassungsfähiger bin und dass der Schulalltag meine Einstellungen beeinflussen kann. Zugleich motiviert mich genau diese Erkenntnis, dass ich mir dieser Anpassungsfähigkeit durch die Forschung bewusst geworden bin. Das eröffnet mir den Raum, mein Handeln immer wieder kritisch zu hinterfragen und meinen Professionalisierungsprozess bewusst mit der Autoethnografie zu begleiten.

Auswertung

In der Auswertung der eigenen Feldnotizen stellte sich heraus, dass sich bei mir bedingt durch einen hohen Anpassungsdruck und der unmittelbaren Nähe zu schulischen Strukturen eine Einstellungsveränderung vollzogen hat. Bewertungssituationen, die ich anfänglich als befremdlich wahrgenommen wahrnahm, erschienen zu Ende des Praxissemesters schlüssig, da ich die schulischen Verhältnisse und Strukturen kennen und verstehen gelernt habe. Nach dem Praxissemester fand eine erneute Distanzierung statt, die mir einen progressiveren Blick ermöglichte und ich Chancen zur Verbesserung der Bewertungskultur im Kunstunterricht wieder wahrnehmen konnte.

Kategorie

Forschungsansätze

Zielgruppe

Schlagworte

Quellen und Referenzen 

Sabine Lenk, Tanja Wetzel. Kunstpädagogische Kompetenz braucht eine Haltung. Zeitschrift Kunst Medien Bildung,
"Kulturvermittlung Schweiz. '6.FV Warum (keine) Kulturvermittlung? Für Verweilende Arbeiten in Spannungsverhältnissen 6: Kulturvermittlung zwischen Legitimationsbedarf und Hegemoniekritik.'
Aden, Maike, and Maria Peters. “Chancen und Risiken einer kompetenzorientierten Kunstpädagogik.” Zeitschrift Kunst Medien Bildung, 4 Sept. 2025, https://zkmb.de/chancen-und-risiken-einer-kompetenzorientierten-kunstpaedagogik/.
Breidenstein, Georg. “Ethnografisches Beobachten.” Qualitative Methoden der Sozialforschung, edited by Rainer Hitzler, Anne Honer, and Christoph Maeder, 2nd ed., VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006, pp. 165–190.

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