Bewegungsübungen im Kunstunterricht

Ein Projekt von Maxi H.
Bildrechte: ohne Abbildung

Forschungsfrage

Was lässt sich bei der Integration performativer Bewegungsübungen in denKunstunterricht beobachten?

Beschreibung

Das Studienprojekt untersucht, welche Beobachtungen sich bei der Integration performativer Bewegungsübungen in den Kunstunterricht machen lassen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass ästhetische Erfahrung nicht ausschließlich im Betrachten oder Produzieren von Bildern entsteht, sondern auch durch körperliche Handlung und Bewegung. Im Rahmen des Praxissemesters wurden in zwei Lerngruppen eines Gymnasiums (Klasse 5 und 7) verschiedene Bewegungsformate in den Kunstunterricht integriert. Dazu gehörten bewegte Unterrichtsinterventionen sowie kurze performative Bewegungspausen. Die Unterrichtssituationen wurden mithilfe eines strukturierten Beobachtungsbogens dokumentiert und qualitativ ausgewertet.

Learning

Rückblickend hat mir das Forschungsprojekt gezeigt, dass Forschung im schulischen Kontext ein offener und dynamischer Prozess ist. Im Verlauf der Praxisphase musste ich meine ursprüngliche Fragestellung und mein Vorgehen mehrfach an die Bedingungen des Unterrichts anpassen. Diese Veränderungen empfand ich zunächst als Herausforderung, im Nachhinein waren sie jedoch ein wichtiger Lernprozess, der zu einer klareren Fokussierung meines Projekts führte. Besonders prägend war für mich die Erfahrung, gleichzeitig als Lehrkraft und als forschende Person zu agieren. Während ich den Unterricht gestaltete, musste ich zugleich aufmerksam beobachten und reflektieren. Darüber hinaus hat mir das Projekt gezeigt, wie stark der Schulalltag häufig von sitzenden Arbeitsformen geprägt ist. Für meine zukünftige Unterrichtspraxis nehme ich daher mit, Bewegung bewusster als Teil ästhetischer Lernprozesse in den Kunstunterricht zu integrieren.

Ausblick

Rückblickend würde ich mein Projekt wieder ähnlich umsetzen, insbesondere die Verbindung von Unterrichtspraxis und beobachtender Forschung sowie die Integration performativer Bewegungspausen im regulären Kunstunterricht. Aus der Forschungserfahrung ergeben sich zudem neue Fragestellungen. Besonders interessant erscheint mir, in zukünftigen Untersuchungen zu betrachten, wie sich performative Bewegungsübungen langfristig auf ästhetische Handlungskompetenzen oder auf den Zugang von Schüler*innen zu performativer Kunst

Auswertung

Im Verlauf des Forschungsprojekts zeigte sich, dass performative Bewegungsübungen im Kunstunterricht grundsätzlich gut integrierbar sind und von vielen Schüler*innen positiv aufgenommen werden. Besonders deutlich wurde, dass kurze performative Bewegungspausen zu einer hohen Beteiligung führten und von den Schülerinnen meist schnell angenommen wurden. Die Übungen ermöglichten es den Lernenden, ihren Körper bewusster wahrzunehmen und den Klassenraum als aktiven Handlungsraum zu erfahren. Darüber hinaus ließ sich beobachten, dass Bewegung die Wahrnehmung innerhalb des Unterrichts verändert. Während der bewegungsorientierten Phasen rückten körperliche Handlungen, räumliche Beziehungen und soziale Interaktionen stärker in den Vordergrund. Besonders bei kollaborativen Bewegungsformaten zeigte sich eine intensive Interaktion zwischen den Schüler*innen, bei der Bewegungen gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt wurden.

Kategorie

Forschungsansätze

Zielgruppe

Schlagworte

Quellen und Referenzen 

Lange, Marie-Luise, Grenzüberschreitungen. Wege zur Performance, Königstein/Taunus 2002.
Peez, Georg, Einführung in die Kunstpädagogik, 4. Aufl., Stuttgart 2012.
Seumel, Ines, Performative Kreativität. Anregen – Fördern – Bewerten, München 2015.
Schmidt-Wetzel, Miriam, Kollaboratives Handeln im Kunstunterricht. Eine qualitative empirische Untersuchung mit Praxisbeispielen, München 2017.
Stern, Anna, Räume schaffen. Eine explorative Fallstudie am Beispiel der Vermittlung von Site-specific Performance Art in der Primarstufe, München 2020.

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