In meinem Forschungsprojekt habe ich untersucht, wie sich die Kombination analoger und digitaler Medien und Techniken auf den kreativen Gestaltungsprozess im Kunstunterricht auswirkt. Besonders im Fokus stand die Frage, ob und wie hybride Arbeitsweisen die gestalterischen und reflexiven Möglichkeiten der Schülerinnen erweitern. Dazu wurden in einer 9. Klasse analoge Collagen erstellt und anschließend digital weiterbearbeitet. Die Untersuchung erfolgte durch Unterrichtsbeobachtungen, eine Analyse der Schülerarbeiten sowie Reflexionen der SuS. Ziel war es, herauszufinden, welche Potenziale und Herausforderungen in der Verknüpfung beider Medienformen liegen und wie sich diese auf Kreativität, Motivation und künstlerische Ausdrucksformen auswirken.
Analoge und digitale Medien und Techniken in der gestalterischen Ausarbeitung und Weiterentwicklung von Collagen
Ein Projekt von M
Bildrechte: Bildnachweis: M.R., 2025
Forschungsfrage
Wie beeinflussen analoge und digitale Medien und Techniken die gestalterische Ausarbeitung und Weiterentwicklung von Collagen im Kunstunterricht?
Beschreibung
Learning
Durch mein Forschungsprojekt habe ich nicht nur wichtige Einblicke und Erkenntnisse über hybride Arbeitsweisen im Kunstunterricht gewonnen, sondern auch viel über die Herausforderungen und Anforderungen der Unterrichtsplanung gelernt. So stach vor allem heraus, wie unterschiedlich SuS auf digitale Medien reagieren. Während einige SuS die neuen Möglichkeiten begeistert nutzten, fühlten sich andere durch die Technik bzw. das Medium (iPad/Sketchbook) eingeschränkt. Dies hat mir aufgezeigt, wie wichtig es ist, differenzierte Zugänge zu schaffen und SuS individuell zu begleiten. Zudem wurde mir bewusst, dass kreative und reflexive Prozesse im Unterricht nicht nur von den eingesetzten Medien abhängen, sondern stark von der Art und Weise, wie sie eingeführt und reflektiert werden. Die Forschung hat mir geholfen, meine eigene Rolle als Lehrkraft besser zu verstehen – nicht nur als Wissensvermittler, sondern auch als Impulsgeber und Begleiter kreativ-reflexiver Prozesse.
Ausblick
Wenn ich mein Forschungsprojekt noch einmal durchführen würde, würde ich einige Aspekte optimieren. Zum einen würde ich mehr Zeit für die Einarbeitung in die digitalen Tools einplanen, da sich gezeigt hat, dass einige SuS damit anfangs Schwierigkeiten hatten. Auch eine noch genauere Reflexion der digitalen Bearbeitung könnte helfen, die gestalterischen Prozesse bewusster zu machen. Gleichzeitig hat das Projekt viele neue Fragen aufgeworfen: Wie könnte man den digitalen Gestaltungsteil weiterentwickeln? Wäre es möglich, interaktive oder animierte Elemente zu integrieren? Und wie verändert sich die Wahrnehmung von Materialität, wenn digitale und analoge Prozesse noch enger verzahnt werden? Diese Fragen könnten Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen sein. Insgesamt hat die Forschung mich darin bestärkt, digitale Medien als kreative und reflexive Ergänzung im Kunstunterricht zu sehen – jedoch immer in Verbindung mit einer bewussten didaktischen Einbettung.
Auswertung
Die Untersuchung meine Forschungsprojekts zeigte mir, dass die Kombination aus analogen und digitalen Medien die gestalterischen und reflexiven Möglichkeiten der SuS erweitert. Während die analoge Phase als direkter und materieller wahrgenommen wurde, bot die digitale Bearbeitung eine höhere Präzision und mehr Experimentiermöglichkeiten. Viele SuS empfanden den digitalen Bearbeitungsschritt als intuitiv und schätzten die Möglichkeit, Farben und Formen nachträglich anzupassen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nicht alle SuS gleichermaßen von digitalen Medien profitieren. Einige empfanden bspw. die Umstellung als herausfordernd und benötigten mehr Anleitung. Die Ergebnisse legen nahe, dass hybride Arbeitsweisen ein großes Potenzial für die Kunstpädagogik bieten – jedoch nur, wenn sie gezielt didaktisch eingebunden und individuell begleitet werden.
Kategorie
Forschungsansätze
Zielgruppe
Schlagworte
Quellen und Referenzen
Altrichter, H., Posch, P. & Spann, H.: Lehrerinnen und Lehrer erforschen ihren Unterricht - Unterrichtsentwicklung und Unterrichtsevaluation durch Aktionsforschung, 5. grundl. überarb. Aufl., 2018
Schmidt, Rebekka: Digitale und mobile Medien im Kunstunterricht Potenziale – Herausforderungen – Handlungsfelder, in: Meister, D.M. & Mindt, I. (Hrsg.), Mobile Medien im Schulkontext. Medienbildung und Gesellschaft. vol 41. Springer VS, Wiesbaden, https://doi.org/10.1007/978-3-658-29039-9_9, S. 175-196, (abgerufen am 20.02.2025)
Preuss, Rudolf: Digitale und analoge Prozesse und Verfahren in der Kunstpädagogik: Digitale Sinnlichkeit, https://www.academia.edu/31847300/Digitale_und_analoge_Prozesse_und_Verfahren_in_der_Kunstpädagogik_Digitale_Sinnlichkeit, (abgerufen am 20.02.2025)
Grünberger, Nina: Eine Kultur des Digitalen aus Mikro- und Makroperspektive. Über die Begriffsspanne von Digitalität mit Fokus auf den Bildungskontext. Zeitschrift Kunst Medien Bildung, https://zkmb.de/eine-kultur-des-digitalen-aus-mikro-und-makroperspektive-ueber-die-begriffsspanne-von-digitalitaet-mit-fokus-auf-den-bildungskontext/, (abgerufen am 20.02.2025)
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