Nutzung digitaler Tools im Kunstunterricht

Ein Projekt von Lennart Kinne
Bildrechte: ohne Abbildung

Forschungsfrage

Wie sieht der „richtige“ Umgang mit digitalen Mitteln in Form von Vorlagen und Hilfestellungen im Kunstunterricht aus?

Beschreibung

Im Verlauf meines Praxissemesters richtete ich meinen forschenden Blick auf den Einsatz digitaler Mittel im Kunstunterricht. Erste Beobachtungen kreativer Arbeitsprozesse, die durch digitale Inhalte beeinflusst wurden, lösten bei mir ambivalente Eindrücke aus. In einigen Situationen schien es, als würden durch digitale Werkzeuge neue Möglichkeiten für den Kunstunterricht eröffnet, die das gestalterische Umsetzungspotenzial der Schüler*innen deutlich erweitern. In anderen Fällen entstand jedoch der Eindruck, dass durch die Nutzung digitaler Vorlagen und Hilfsmittel Arbeitsprozesse in den Hintergrund traten, die für kunstpädagogische Lern- und Entwicklungsprozesse von zentraler Bedeutung sind.

Im Rahmen meiner Beobachtungen konnte ich unterschiedliche Formen des Einsatzes digitaler Tools vergleichen, insbesondere im Hinblick auf ihre Funktion als Unterstützung bei der Vorbereitung analoger Arbeitsweisen. Dabei rückten digitale Vorlagen und Hilfestellungen zur Ideenfindung in den Mittelpunkt meiner Betrachtung.

Anhand ausgewählter Beispiele aus der schulischen Praxis, die im Folgenden dargestellt und kunstpädagogisch reflektiert werden, gehe ich der Frage nach, unter welchen Bedingungen digitale Hilfsmittel im Kunstunterricht produktiv eingesetzt werden können. Ziel ist es, Kriterien für einen zielführenden Umgang mit digitalen Mitteln zu entwickeln, insbesondere dort, wo sie vorbereitend auf analoge Arbeitsprozesse wie Zeichnen oder gestalterische Recherche wirken.

Learning

Ich habe verstanden wie digitale Tools bewusst eingesetzt werden können um kreative Prozesse von Schüler*innen zu unterstützen. Gleichzeitig habe ich auch gelernt, welche Gefahren eine unreflektierte Ver- oder Anwendung von digitalen Tools im Kunstunterricht birgt.

Ausblick

Da der Fokus meiner Beobachtungen auf vorbereitenden Maßnahmen für analoge Werkprozesse liegt, können hier keine Angaben zu der Vermittlung von „Medienbildung“ (Jörrissen 2013) im Kunstunterricht gemacht werden. Diese würde voraussetzen, dass digitale Medien und ihre Auswirkungen auf gesellschaftliche Kommunikations- und Entwicklungsprozesse gezielt zum Objekt der Betrachtung werden. Daher wäre es für die nachhaltige Entwicklung von Kunstunterricht wertvoll, Unterrichtsvorhaben zu erforschen, die einerseits ein technisches Grundverständnis platzieren und darüber hinaus Reflexionsprozesse bei den Schüler*innen anstoßen.

Auswertung

Bei dem Vergleich der genannten Unterrichtsbeispiele unterscheide ich rückblickend zwischen einer bewussten Nutzung und einer unbewussten Nutzung von digitalen Tools im Anwendungsbereich von Vorlagen und in Inspirationsprozessen. Eine unbewusste Nutzung lässt die Anwendung digitaler Tools zu, ohne Aufmerksamkeit für den Einfluss der digitalen Tools auf die kreativen Prozesse der Schüler*innen aufzubringen. Die unreflektierte Nutzung von digitalen Bildvorlagen birgt die Gefahr, dass Schüler*innen ihre eigene künstlerische Arbeit ausschließlich in einem qualitativen Vergleich zu ihrer Vorlage betrachten. Dies kann Selbstwirksamkeitserfahrungen gefährden. Bei einem bewussterer Umgang mit digitalen Hilfsmitteln im Kunstunterricht, wird schon in der Aufgabenstellung der Umgang mit den digitalen Tools bewusst platziert und dabei auch eingeschränkt. Die Möglichkeiten der digitalen Werkzeuge werden planvoll genutzt um kreative Findungsprozesse und die Vorbereitung einer analogen Arbeit zu unterstützen. Dabei werden keine künstlerischen Auseinandersetzungen durch die digitalen Tools ersetzt.

Kategorie

Forschungsansätze

Zielgruppe

Schlagworte

Quellen und Referenzen 

Dobler, Judith, Spuren der Erkenntnis. Experimente zwischen Zeichnen und Denken, 2014 (“Kunstpädagogische Positionen”, Band 32)
Jörissen, Benjamin, Medienbildung in 5 Sätzen, , Zugriff am 05.09.2025
Meyer, Torsten, Next Art Education. Erste Befunde, what´s next , Zugriff am 05.09.2025
Peez, Georg, „Kunstunterricht heute – und morgen auch. Argumente und Konzepte im Überblick“, in: Schulmagazin 5-10. Impulse für kreativen Unterricht. Heft Juli / August 7-8, (2007), S. 5-8
Schirmer, Anna-Maria/ Zumbansen, Lars, „KI Bild und Kunst“, in: Kunst & Unterricht 475 (2023), S.13

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